Beurre de Karité - Karitébutter - Sheabutter
historisch
Das Sammen und Verarbeiten der Früchte, das Gewinnen der Butter aus den Nußkernen sind traditionell Frauenarbeit.
Sie sind neugierig, wie die traditionelle Herstellung in Afrika aussieht? Im Prinzip nicht viel anders, als auf diesen alten Photos, welche die Fotografen der Kolonialzeit gemacht und dann als Bild-Postkarten verwendet haben.
"Im Prinzip" meint, daß das Gewinnen der Butter aus den Früchten - dann Nüssen - dann Kernen gleich geblieben ist. Die Arbeitsgänge werden teilweise auch noch genau so ausgeführt, wie seit Jahrtausenden üblich.
Deutlichste Veränderung heute: die Frauen tragen bei der Arbeit Blusen oder T-Shirts und laufen nicht barbusig herum. Spekulation: Einflüsse sowohl christlicher Missionare (speziell der Missionarsfrauen) als auch islamischer Vorstellungen von Anstand.
Vielfach werden heute statt der Kalebassen (Gefäße aus der harten Schale spezieller Kürbisse) Schüsseln aus Blech und aus Plastik verwendet. Und es gibt verschiedenste Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, welche sich bemühen, Teile der Handarbeit durch mechanische, motor-betriebene Mühlen etc. zu ersetzen, oder auch die Holzfeuer zum Rösten der Nußkerne durch Gasöfen. Das Zerkleinern der Kerne durch Stampfen in Mörsern ist eine unglaublich anstrengende Arbeit. Kein Wunder also, daß eine der ersten Anschaffungen, sobald eine Frauengruppe sich das leisten kann, eine Mühle mit Motor ist.

Beurre de Karité – Traditionelle Herstellung
- Früchte sammeln
- Fruchtfleisch entfernen
- Nüsse kochen
- Nüsse trocknen
- Nüsse selektieren (schlechte aussortieren)
- Nüsse knacken, schälen
- Kerne selektieren (schlechte aussortieren)
- Kerne über Feuer rösten
- Kerne zu Brei stampfen
- Brei mit Wasser mischen
- Brei aus Kernen und Wasser kräftig rühren/schlagen
- Brei kochen
- Fett abschöpfen
- Fett kneten (Wasser entfernen)
- Mit frischem Wasser mischen, kochen, abschöpfen, kneten
- das Ganze mehrmals wiederholen
- Brei ein letztes Mal kochen, um Fett von Wasser zu trennen
- Fett abschöpfen
- Fett filtern
- abkühlen lassen - Beurre fertig
Im Detail gibt es Unterschiede
- nach Gegend, Gruppentraditionen usw. Zum Beispiel gibt es welche, die die Früchte vor dem Entfernen des Fruchtfleischs fermentieren lassen. Mancher intensive Eigengeruch bei sehr guten Laborwerten könnte damit zusammenhängen. Sie hier in Deutschland bekommen diesen Gestank nie zu riechen - diese Beurre wird in Europa immer raffiniert, zumindest desodoriert – Öko-Zertifikat hin oder her. Interessant finde ich, daß die meisten darauf bestehen, man könne das gar nicht anders machen als sie es jeweils tun – nur daß eben andere es anderswo ein wenig anders machen. Allerdings muß man die Möglichkeit haben, sich einen gewissen Überblick zu verschaffen, um das überhaupt erkennen zu können.
Zu den Unterschieden gehört selbstverständlich auch das Ausmaß an Erfahrung und der Grad an Sorgfalt aber auch an Ehrlichkeit, welche die Frauen aufwenden. Traditionell hergestellte Beurre de Karité /Sheabutter kann hervorragend sein in Reinheit und auch in Werten für Freie Fettsäuren etc. Und sie kann aus überalterten Nüssen stammen, gepanscht sein, Fremdstoffe enthalten, mit Schimmelsporen und Bakterien kontaminiert sein usw.

Was sich immer gleicht:
- Viel Arbeit, viel Feuerholz, viel sauberes Wasser/Trinkwasser.
- Bedenklich für die Erhaltung der Ressourcen vor Ort – immerhin am Rande der Sahelzone.
- Durch das Erhitzen (mehrfaches Kochen) nicht so günstig für die Vitamine.
- Durch das mehrfache Wässern/Auswaschen gehen noch weitere nicht-fette Inhalte verloren (Katechine etc.).
- Aber trotzdem immer noch ein phantastischer "Stoff"
- dessen Qualität allerdings unbedingt vom Geschick und der Sorgfalt der Frauen abhängt.
Für die mechanisch gepreßte Butter (wie die ITÉ Karitébutter) werden keine der ohnehin raren Ressourcen wie Holz und Wasser verbraucht – außerdem ist sie qualitativ noch besser. Vgl. die Beschreibung des mechanischen Herstellens
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| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 21. Januar 2011 um 13:13 Uhr |


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