Beurre de Karité oder Sheabutter
Pflegekosmetik afrikanischer Tradition
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Am südlichen Rand der Sahel-Zone, quer durch Afrika – etwa vom östlichen Rand des Senegal bis nach Uganda – wächst ein Baum, der in den verschiedenen lokalen Sprachen als "heiliger Baum" oder als "Baum des Lebens" bezeichnet wird. Selbstverständlich erhielt er von den "wissenschaftlichen" Europäern lateinische Bezeichnungen: Vitellaria paradoxa und Butyrospermum parkii. Das lateinische Butyrospermum bedeutet "Buttersamen" und parkii zu Ehren von Mister Mungo Park aus Schottland, welcher ihn als erster Europäer der Neuzeit beschrieben hat. Die heute üblichen Bezeichnungen wurden aus afrikanischen Sprachen entlehnt – im französischen Sprachraum "Karité" (aus dem Wolof) und im englischen "Shea" (sprich "schii", aus dem Bambara). Heilig ist der "Butter-Samen-Baum", weil aus seinen Nußkernen ein Fett gewonnen wird, das v. a. in früheren Zeiten außerordentlich wichtig war: für Nahrung, Heilung & Pflege, Einkommen und als Gabe an Geister und Götter. Dort, wo die Bäume wachsen, gilt auch das Fruchtfleisch als sehr schmackhaft und nahrhaft. |
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| In früheren Zeiten meint hier einige Jahrtausende – so wurde Karitébutter schon in antiken griechischen Reisebeschreibungen über Afrika erwähnt. Zu Zeiten Cleopatras wurde es in tönernen Krügen nach Ägypten gebracht. Auch die Königin von Saba soll es geschätzt haben. (Wer Original-Quellen für diese Angaben findet, bitte mitteilen.) Der Gelehrte Ibn Batuta (Bild rechts), Gesandter des Sultans von Marokko, hat 1352 über die Herstellung und Verwendung von Karitébutter im damaligen großen Königreich Mali geschrieben. Für viele Afrikanerinnen hat sich daran bis heute wenig geändert. Sie gehen jedes Jahr hinaus und sammeln die Früchte des "Lebensbaums", um "Butter" zu machen. | ![]() |
Ausschließlich aus Wildsammlung
Bis heute hat niemand einen Weg gefunden, diesen Baum zu pflanzen – er wächst wild oder gar nicht. Man vermutet, daß es an der sehr langen Wurzel liegt, die der Sämling ausbilden muß, bevor der Baum richtig zu wachsen anfangen kann. Also stammt alle Beurre de Karité /Sheabutter notgedrungen aus "Wild-Sammlung". Die Bäume fangen erst ab einem Alter von etwa 15 bis 20 Jahren an, Früchte zu tragen – bis zum vollen Ertrag dauert es dann noch einige Jahre. Das mag auch ein Grund sein, welcher das Anlegen einer Pflanzung nicht sehr attraktiv erscheinen läßt. Es gibt also keine Obst- bzw. Nußgärten oder Karité-Plantagen. Was allerdings gemacht werden kann ist, die von selbst aufgegangenen Schößlinge und jungen Bäumchen vor konkurrierendem Savannengras etc. und vor den alles abfressenden Rinder- und Ziegenherden zu schützen. In manchen Ländern gehören die Bäume denjenigen, denen das Land gehört. In anderen den Frauen des jeweiligen Dorfes. In wieder anderen gehören die Bäume niemandem und die Früchte und Nüsse darf jede Frau aufsammeln, die das möchte und rechtzeitig vor Ort ist. In allen Fällen handelt es sich nicht um Anbau, sondern um Wildsammlung – und das auf sehr großen Flächen von mehreren Quadratkilometern, nicht in Obstgärten oder Plantagen. Heutzutage müssen die Bäume auch vor dem Fällen bzw. den Köhlern geschützt werden. Die Arbeit mit dem Sammeln und der Butter haben die Frauen – und traditionell gehören auch die Einkünfte ihnen. Diese hängen davon ab, daß Nüsse, Kerne, Butter KäuferInnen findet, verkauft werden können. Die Hersteller von Holzkohle sind Männer und bekommen Bargeld pro Sack Holzkohle – und die Qualität von Holzkohle aus Karitébaum-Holz soll besonders gut sein. Wieviel Geltung hat die traditionelle Heiligkeit eines Baums noch in Krisenzeiten und in Kriegsgebieten? |
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Kariténüsse und Karitébutter werden nach Europa, in die USA und nach Japan exportiert – v. a. für die Herstellung von Schokolade und Gebäck. Doch ein Teil geht in die Kosmetik-Industrie. Karitébutter ist eines der wertvollsten kosmetischen Fette – es enthält von Natur aus u. a. Allantoin und die Vitamine A und E, nicht künstlich hergestellt und dann zugesetzt. Voll erhalten bleiben die Vitamine allerdings nur in der unraffinierten (brut, raw) Karitébutter. Beurre de Karité enthält von allen bekannten Pflanzenfetten den höchsten Anteil an unverseifbaren Fetten, mehr als Jojoba- oder Avocado- oder sonst ein Öl. Das macht noch die Seife aus Press-Resten so rückfettend wie sonst keine. Vorsicht: Angaben über den Gehalt an Unverseifbaren "bis zu" und "von bis" sind mit Vorsicht zu genießen. Je nach Herkunft, Herstellung und Alter kann das drastisch variieren und ein konkretes Angebot muß so beschriebene Anteile keineswegs erreichen. Forschungen in Schweden, wie die Inhaltsstoffe von Karité-/Sheabutter (vor allem die entzündungshemmenden) für Medikamente zu nutzen sind, haben bereits zu ersten Ergebnissen geführt. In den USA werden inzwischen Kapseln mit Shea-Oil angeboten, speziell zur Linderung von Gelenksbeschwerden, Arthrose etc. |
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. September 2009 um 14:13 Uhr |




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