Wieso zwei Sorten?
Die Bäume, aus deren nußartigen Kernen die Karitébutter gewonnen wird, wachsen wild, über viele Quadratkilometer verteilt in den Savannen – bis heute gibt es keine Züchtungen, keine Plantagen. Möglicherweise kommt es von dieser "Wildheit", daß diese Bäume echte Individuen zu sein scheinen: die Untersuchungen der einzelnen Charakteristika der Nüsse bzw. des Fetts zeigen für verschiedene Bäume in den gleichen Gegenden teilweise stark unterschiedliche Ergebnisse.
Eines aber ist klar:
die Botaniker haben über die ganze Breite des sogenannten Gürtels, in dem diese Bäume wachsen (shea belt), zwei verschiedene Sub-Species festgestellt – die in Westafrika beheimatete Subspecies paradoxa und die in Ostafrika beheimatete Subspecies nilotica (Bezug auf das Quellgebiet des Nils).
Sich an den Bäumen orientierend kann man also nur diese beiden Sorten unterscheiden.
Und genau das mache ich.
Die intensive Suche nach Lieferanten für mechanisch gewonnene und nicht gekochte Karitébutter erstklassiger Qualität hatte mich zuerst zu einem französischen Ölmüller mit langer Erfahrung in diesem Bereich geführt - von ihm kam unsere erste Karitébutter - eine westafrikanische PARADOXA. Danach habe ich eine britische Edelfirma für Pflanzenfette und Kräuter-Produkte gefunden. Von dieser kam unsere ostafrikanische NILOTICA.
Die Butter aus den Kernen der Variante NILOTICA enthält mehr Öl- als Stearinsäure – weshalb ihre Konsistenz sehr weich wird, sobald ihr nur etwas wärmer wird.
Die Butter aus den Kernen der Variante PARADOXA enthält mehr Stearin- als Ölsäure - entsprechend ist ihre Konsistenz bei unseren gewöhnlichen Zimmertemperaturen eher fest. Hier gibt es Unterschiede, je nach Herkunft der Kerne - Faustregel: je heißer und trockener die Gegend, desto härter das Fett.
Inzwischen habe ich keine persönlichen Favoriten mehr und verwende mal diese und mal jene Sorte, wie es gerade kommt. Und ich liebe den Geruch der naturbelassenen Karité – allerdings ziehe ich es vor, wenn er nicht zu stark ist. Unsere aktuellen Angebote finde ich in der Hinsicht ganz hervorragend, teilweise fast zu dezent. Für eine NILOTICA ist das nicht gar so ungewöhnlich (obwohl ich da auch schon andere Muster gesehen bzw. gerochen habe) – aber eine PARADOXA mit genau so schwachem Geruch ist eine echte Rarität.
Ich neige zu Problemstellen, kleinen Entzündungen der Haut - und in meinem Alter ist allgemein trockenere Haut normal. Zunächst hatte ich die Erfahrung gemacht, daß mir die Paradoxa da wunderbar hilft. Inzwischen habe ich festgestellt, daß das für die Nilotica ebenfalls gilt. Soviel zu den vorweg eingeholten Expertenmeinungen und deren Korrektur durch die Erfahrung. ... Nicht ausgeschlossen werden kann allerdings, daß selbige Experten ihr Urteil auf eine Nilotica gründen, welche nach dem Pressen noch gekocht worden ist. Das ist in Uganda und angrenzenden Ländern durchaus üblich. (Wird übrigens trotzdem als kalt-gepreßt beworben.)
Was unsere erste Paradoxa anging, hatten sich sowohl meine Schwester als auch eine meiner Cousinen deutlich beschwert, daß sie weder den Geruch noch die etwas feste Konsistenz mochten. Sinngemäß die eine: Das muß morgens nach dem Duschen in Sekundenschnelle gehen. Und die andere packt ihre Dose hinten in den Kühlschrank und verwendet sie überhaupt nur als Heilsalbe, wenn Bedarf auftritt - was immer seltener vorkommt, weil die "Salbe" so gut hilft. Originalton: Was heilt, darf "stinken"
Nun, das Problem mit dem Geruch war zunächst mit der NILOTICA gelöst – und nun erfreulicherweise auch mit der neuen PARADOXA.
Ergänzung Januar 2011:
Aus der Ernte/Produktion 2010 gibt es leider keine ITÉ Beurre de Karité der Sorte NILOTICA. Diesmal waren die Werte aus der Labor-Untersuchung nicht gut genug. Möglicherweise hängt das mit den länger als üblich andauernden Regenfällen in Uganda in diesem Sommer zusammen, wer weiß?
Glücklicherweise ist es gelungen, eine neue PARADOXA sehr schöner Qualität zu bekommen – direkt in Ghana her- gestellt. Sehr schöne Werte und - man glaubt es kaum - ganz zarter Geruch. Wie für die Sorte Paradoxa typisch, ist die Konsistenz eher fest. Beim Auftragen schmilzt sie schön, braucht aber je nach Temperatur etwas Verreiben.
Was mache ich nun mit meiner Schwester und den anderen FreundInnen einer weichen Beurre, welche sich ganz schnell auftragen läßt? So lange der Vorrat reicht, gibt es ja noch von der Nilotica - aber das wird in absehbarer Zeit zu Ende sein. ... Ergänzung Sept. 2011: NILOTICA aus der Produktion 2009/10 gibt es nun keine mehr. ... Ergänzung Dez. 2011: Die Ernte/Produktion von 2011 wird als "katastrophal" bezeichnet. Wieder keine Chance, eine unraffinierte NILOTICA bester Qualität zu bekommen.
Die Lösung: 2 Teile Paradoxa plus 1 Teil Kokosöl gibt COCOSHEA. Durch den Anteil an Kokosöl ist die Konsistenz in der Dose zwar eher fest, schmilzt aber auf der Haut umgehend und läßt sich schnell verteilen. Das typische leicht "einhüllende" Gefühl von Karitébutter bleibt trotzdem erhalten.
Selbstverständlich ist das verwendete Kokosöl von bester Qualität – virgin, aus frischen Kokosnüssen gleich vor Ort auf den Philippinen kalt-gepreßt, weder raffiniert noch gehärtet oder sonstwie behandelt. Mit einem besonders hohen Ge- halt an Laurinsäure und einer Reihe von B-Vitaminen, welche die Eigenschaften der Karitébutter angenehm ergänzen.
Eine neue Lösung (noch in Arbeit): wir wollen wieder eine Karitébutter mit weicher Konsistenz anbieten - pur Karité. Auf welchem Weg wir das erreichen wollen, verraten wir erst, wenn es gelungen ist ... (Tip: newsletter abonnieren – so werden Sie benachrichtigt, sobald sie verfügbar ist.)
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ITÉ Beurre de Karité PARADOXA
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ITÉ Beurre de Karité NILOTICA (bio) - derzeit nicht lieferbar
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hergestellt aus "Nüssen"
(präzise: Samen von Beerenfrüchten)
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westafrikanischer Herkunft
konkret: Nord-Ghana
Sammelgebiet und Prod.anlage kurz vor der Zertifizierung als FAIRWILD
Vitellaria paradoxa subsp. paradoxa
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ostafrikanischer Herkunft
konkret: Uganda, aus einem organic-zertifizierten Sammelgebiet
Vitellaria paradoxa subsp. nilotica
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mechanisch gewonnen
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in Ghana
durch Zentrifugieren
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in Kenia
durch Kalt-Pressen (Expeller) |
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empfohlen für
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für alle,
und speziell für Menschen
mit ganz besonders trockener Haut, auch für schwellende Bäuche (Schwangerschaft) und anschließend für die Babies
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für alle,
und speziell für Menschen,
die es lieber weich mögen zum Auftragen |
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Beide Sorten sind selbstverständlich NICHT-raffiniert und 100% pur, unvermischt
ohne irgendwelche Zusätze (keine Konservierungs- oder Duftstoffe) und auch keine Hilfsstoffe eingesetzt (auch nicht die für zertifizierte Naturkosmetik zugelassenen). Also bestens geeignet für alle, die ohne Not keine Chemie an ihre Haut lassen wollen – oder diese ohnehin nur sehr schlecht vertragen würden.
Gleiches gilt für die CocoShea - 100% natürlich, Karité+Kokos gemischt, aber ohne irgendwelche Zusätze. Der leichte Kokosduft kommt ausschließlich vom naturbelassenen Kokosöl.
Keine Tierversuche. Kosmetische Produkte mit solchen sind in der EU ohnehin nicht mehr erlaubt, endlich. Beide Sorten sind in Afrika bereits seit Jahrtausenden in Verwendung – sozusagen der umfangreichste und längste "Test" in der Geschichte der Kosmetik.
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Aktuelle Laborwerte
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Dezember 2010
freie Fettsäuren (FFA) ... 2,45% Peroxidzahl ... 3,3 meq/kg |
März 2010
Peroxidzahl ... 4,4 meq/kg |
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Konsistenz bei Zimmertemperatur
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ziemlich fest, weil
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eher weich, weil
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abhängig vom Fettsäure-Profil
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im Verhältnis mehr Stearinsäure und weniger Ölsäure. Werte von Dezember 2011:
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im Verhältnis mehr Ölsäure und weniger Stearinsäure. Werte von März 2010:
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schmilzt bei Hauttemperatur
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schnell, unter etwas Druck sofort
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sofort, sobald es wärmer wird, auch bereits in der Dose
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nicht-verseifbare Bestandteile
(nach Dr. Hunter die Heilfraktion)
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höher als bei nilotica
[Wert der aktuellen Beurre wird nachgereicht, die letzten Laboruntersuchungen laufen noch] |
niedriger als bei paradoxa
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Geruch
(Eigengeruch, keine Duftstoffe) |
wird unterschiedlich beschrieben, am häufigsten als: erdig, nussig, buttrig, schokoladig, wie frisch gesägtes Holz usw.
die Paradoxa aus dieser Herstellung:
schwacher Geruch
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ganz schwach
eigentlich nur fettig evtl. entfernt nach Kakaobutter |
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Was noch möglich wäre an Unterscheidung von Sorten - aber (erstmal) nicht:
Was auch ziemlich eindeutig festgestellt worden ist:
Je heißer und trockener die Gegend, in der ein Baum wächst, desto höher der Anteil der Stearinsäure (eine der wesentlichen Fettsäuren in der Beurre) im Verhältnis zur Ölsäure (die andere Haupt-Fettsäure im Profil der Beurre) – und je mehr Stearinsäure, desto fester ist die Karitébutter. Zum Beispiel gilt die Beurre de Karité vom Mossi-Plateau (Hochland im Zentrum Burkina Fasos) allgemein als die härteste. Ich selbst hatte schon Beurre aus Mali – aus traditioneller Herstellung, von guter Qualität – welche im Senegal angenehm weich war. Aber unter den Bedingungen der Zimmertemperatur hier in Berlin mußte ich sie mit einem großen Messer vom Block hacken.
In dieser Hinsicht könnte man eine ganze Anzahl "Sorten" unterscheiden – orientiert an Merkmalen der Konsistenz (chemischer Profile im Detail) und der Herkunftsregion – evtl. auch nach Herstellerin, Hersteller. Langsam gibt es auch in Afrika die/den einen oder anderen, die/der sich eine ordentliche Presse leistet. Aber das ist noch Zukunftsmusik – noch stimmt die Qualität nicht.
Nach Herstellung und Behandlung:
Es gibt verschiedene Arten, die Beurre aus den Kernen zu gewinnen – wie auf den anderen Seiten bereits erläutert und teilweise mit Bildern dargestellt. Insofern werden dann auch unterschiedliche Produkte angeboten: chemisch extrahiert, traditionell hergestellt, unraffiniert oder raffiniert, chemisch raffiniert oder mit Heißdampf raffiniert oder mechanisch raffiniert, pur oder als Bestandteil einer Zubereitung, einer Creme oder Lotion etc.
Mich interessiert aber nur die mechanisch gepreßte Beurre – und zwar ohne zugeführte Wärme, "kalt"-Pressung genannt, auch wenn durch den Druck/die Reibung Temperaturen von merklich über 60°C erreicht werden – unbehandelt, nicht-raffiniert, pur.
Ergänzung (2011):
Und seit ich ihr begegnet bin, interessiert mich auch die durch Zentrifugieren gewonnene Beurre. Ein mechanisches Verfahren ohne Kochen.
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Dezember 2011 um 14:40 Uhr |
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