Leib & Lebens-Kunst — Kunst + Kosmetik

Dr. Gertrud Kamper & Francine Duroy GbR
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Vom Gründen zum Aufbauen

Vom Gründen zum Aufbauen

Dranbleiben – neue Saison 2009/10

Am Ende waren es verschiedene Impulse, welche mich bewogen haben, trotz des im vorigen Beitrag beschriebenen Rückschlags weiterzumachen:

  • Ich habe den Eindruck gewonnen, daß in Afrika die Bewußtheit für die Bedeutung der Qua­lität von Karitébutter wächst, langsam aber doch. In einigen wenigen Fällen wird inzwischen auch in Afrika selbst Butter nicht nur traditionell (mit Rösten und Kochen usw.) gewonnen, sondern auch durch mechanisches Pressen ohne Heizen und Wasser. Damit ist bei weitem noch nicht alles "in Butter", aber die Aussichten finde ich doch sehr interessant.
  • Viele von Ihnen, den Anwenderinnen und Anwendern der ITÉ Beurre de Karité, haben mich gefragt, wann es sie denn wieder geben würde – sie vermißten sie, genauer ihre wohl­tuenden Wirkungen. Ich hätte mich gar nicht gut gefühlt, wenn ich Sie alle enttäuscht hätte. Es war schon unangenehm genug, Sie über Monate hin vertrösten zu müssen.
  • Im Frühjahr 2009, die Karitébäume blühten wieder, zeichnete sich ab, daß in Frankreich aus der neuen Kampagne wieder frisch gepreßt werden würde. Und ich kam in Kontakt mit einer ökologisch wie sozial engagierten britischen Firma, welche in Kenia eine qualitativ sehr interessante ostafrikanische Butter herstellt. Was bedeutet, daß ich für die neue Saison eine zweite Sorte anbieten kann.
  • Sicher hat auch eine Rolle gespielt, daß ich ganz schön hartnäckig sein kann – nicht in allen Dingen und nicht in allen Lebenslagen, aber manchmal eben doch.

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Kamper, Gertrud
Baum per Pedes, 2009
(Kaltnadelradierung)

 

 

 

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Idee   → Gründung   → Aufbauphase

Problem und Kreativität

Woher kommen Ideen? Nach in Kreativitättheorien weitgehend akzeptierter Auffassung entstehen neue Ideen u.a. dadurch, daß der Impuls, ein Problem lösen zu wollen, mit Kennt­nissen und Informationen aus verschiedenen Gebieten zusammengebracht wird, welche alle erstmal keine Berührungspunkte untereinander haben – und auf einmal setzt jemand das alles in Verbindung und sieht dadurch etwas Neues. Dieser Prozeß wird häufig als "der Ge­danke ist mir gekommen, ist aufgetaucht, war auf einmal da" u.ä. beschrieben – eine Idee wird eher gefunden oder als Einfall, Eingebung "empfangen", weniger konstruiert.

Mein Problem, für das ich eine Lösung brauchte, war simpel und trifft zunehmend mehr Menschen: hochqualifiziert, an vielem interessiert und viele Jahre engagiert tätig gewesen – aber in Beschäftigungsformen, daß sich am Ende nur eine Minimalrente ergibt. Also mußte ich mir etwas einfallen lassen: als "Arme Alte" zu leben finde ich keine akzeptable Perpektive. Freie Erziehungswissenschaft und Kunst – nicht besonders aussichtsreich in bezug auf Ein­kommen, aber vielleicht sinnvoll in etwas Neues einzubringen. Interessengebiete hatte und habe ich viele – und nach einer Weile zeichnete sich ab, daß sich die Bereiche Kunst, Afrika, Soziales, Wissensvermittlung und Erwirtschaftung eines Einkommens (und das nicht nur für mich) auf eine sehr spannende Weise integrieren lassen – als Selbständige bzw. Unternehmerin allerdings mit gewissem Risiko. In diesem Prozeß gab es auch Momente des Nicht­weiterwissens und der Kleinmütigkeit – aber eben auch Unterstützung und Großzügigkeit von verschiedenen Seiten, welche ich staunend und dankbar angenommen habe.

Empfängnis der Idee bis Gründung

Ein Jahr ungefähr von der "Empfängnis" bis zu den ersten, deutlich sichtbaren Konturen des Konzepts von Leib&LebensKunst. Ein weiteres für die ersten Testphasen (vieles läßt sich eben nur praktisch herausfinden) und für die offizielle Gründung. Dazwischen Zeiten des Ver­schiebens ins Nebenberufliche, wenn ich mich wieder für eine Weile pädagogisch engagierte – eine Frage von Kraft und Fokussierung. Die ersten Kundinnen und Kunden gaben feed-back und sorgten so für Anpassungen des Konzepts, aber auch für Bestätigung der Idee.

Das folgende Jahr brachte einen Probelauf unter Praxisbedingungen und in Echtzeit. Dabei wurde die eine und andere kleinere Schwachstelle sichtbar – und eine riesig große, vgl. im vorhergehenden Beitrag die Beschreibung des Rückschlags in der letzten Saison. Lernprozesse über Lernprozesse. Die Erfahrungen überzeugten mich aber auch davon, daß es Menschen gibt, die Karitébutter in dieser Qualität wollen und auch mein "Drumherum", v.a. die ausgiebigen Informationen schätzen.

Start der Aufbauphase

Jetzt geht es darum, so viel Karitébutter "unters Volk" zu bringen, daß das ganze Projekt in absehbarer Zeit auch ökonomisch ein Erfolg wird. Schließlich handelt es sich weder um ein Hobby noch um eine Spendenaktion.

Der Aufbau braucht noch reichlich Ideen und Arbeit und auch die Hilfe der Kundinnen und Kunden – zunächst als Weiterempfehlung, die berühmte Mund-zu-Mund-Werbung. Dann aber auch durch weitere Rückmeldungen zu Gefallen/Nicht­gefallen und evtl. mit eigenen Einfällen. (Anregungen dazu siehe HIER) Diese Unternehmung wird immer ein kreativer Pro­zeß bleiben.

Und parallel laufen im Hintergrund die Überlegungen für weitere Schritte – das Konzept enthält noch einige in die Zukunft weisende Ziele unter den Stichworten: Afrika, Kunst, Ökonomie, Ausbildung als auch social entrepreneurship.

Venus-Blatt_1kl_133Kamper, Gertrud
Venus mit Blatt, 2009
(Kaltnadelradierung)


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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 05. September 2009 um 15:32 Uhr
 
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