Zu diesem Vorhaben
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Wie kommt eine Erziehungswissenschaftlerin dazu, Kunst & Kosmetik & "afrikanische Splitter" als unvollkommenes Gesamtkunstwerk (UGK) anzubieten – und das als geschäftliche Unternehmung? Nicht wenige meiner Freundinnen und Freunde wundern sich und halten mich möglicherweise für ein wenig verrückt. Mir dagegen erscheint es als ganz folgerichtig, wenn ich an zwei andere Fragen denke: Wie kommt es, daß eine hoch qualifizierte Erziehungswissenschaftlerin mit pädagogischer Praxiserfahrung nach dem Auslaufen des Vertrags mit der Hochschule keine Anstellung mehr findet? Und daß sie freiberuflich nicht genug für einen bescheidenen Lebensunterhalt verdient? Was wiegt hier schwerer – daß ich in keine der vorgesehenen Schubladen passe oder daß ich bereits 59 Jahre alt bin oder das allgemeine Elend mit der Bildungsfinanzierung in Deutschland? Die zweite Frage geht weit zurück: Wie kam es, daß eine Vierzehnjährige nach acht Klassen Pflichtschule trotz eines exzellenten Abschlußzeugnisses und der Begeisterung für "Zeichnen" (= Kunstunterricht in der Volksschule) nicht auf die weiterführende Schule für Grafik ging, sondern eine Lehre als Einzelhandels-Kauffrau und als Elektriker absolvierte? Was wog schwerer – familiäre Gründe oder die gleichen finanziellen, die mich vorher schon statt ins Gymnasium in die Hauptschule geführt hatten? |
Kamper, Gertrud |
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Rein rhethorische Fragen. Jetzt lerne ich wieder oder eigentlich immer noch weiter – nämlich, wie man/frau sich unter heutigen Bedingungen selbständig machen kann, über die Unterschiede zwischen Entrepreneurship und Unternehmertum, über Drucken, über die Kosmetikverordnung, über web-sites, über Karitébutter selbstverständlich usw. usf. Ich bin nicht bereit, Hartz IV oder Sozialrente als meine Perspektive zu akzeptieren. Passieren kann das selbstverständlich trotzdem: Niemand kann mir versprechen, daß ich mit diesem Vorhaben nicht eine grandiose Bauchlandung hinlegen werde. Risiko eben. Aber versucht werde ich es dann jedenfalls haben – wie so manches in meinem Leben. |
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Die EntscheidungMeine eigene Chefin sein, mit Risiken und Vorteilen. Kreativität und Subjektivität gehörten in der Wissenschaft wie in der Kunst ohnehin zu meinen Themen. Jetzt arbeite ich daran, Fähigkeiten und Interessen aus unterschiedlichen Bereichen meines Lebens zu bündeln und daraus etwas zu machen. Es dauerte beinahe ein Jahr, bis das Konzept Konturen annahm – und ich mußte auch erst einen Schubs bekommen, um für diese neue Unternehmung, die ich da mit fast 60 Jahren anfing, mehrere meiner Interessen zu verbinden. Das erste vorläufige Ergebnis habe ich mein unvollkommenes Gesamtkunstwerk (UGK) aus Kunst, Kosmetik und "afrikanischen Splittern" genannt. Als Edition November 2006 ging es in die erste Test-Phase. Warum "unvollkommen"? Nun ja, wer oder was ist schon vollkommen? Aber davon abgesehen, ist das alles ja erst ein Anfang, eindeutig weiterer Entwicklung würdig wie bedürftig. Und ein Projekt, an dem ich noch verändern und weiterarbeiten kann – das macht ja auch Freude. Was soll ich mit etwas Vollkommenem? |
Kamper, Gertrud (Mischtechnik: Aquarell, Collage)
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Überlegungen und Informationen – und selbstverständlich Bilder – finden Sie:
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an eine Freundin, einen Freund
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. September 2009 um 14:45 Uhr |



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