Leib & Lebens-Kunst — Kunst + Kosmetik

Dr. Gertrud Kamper & Francine Duroy GbR
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Kunst + Kosmetik

einige unsystematische Überlegungen

zum Zusammenhang von Kunst + Kosmetik

Die Verbindung von Kunst und Kosmetik und von beidem mit Afrika und dazu auch noch mit Pädagogik, das ist nicht so sehr über den Kopf entstanden, als über meine Person, meine Interessen, Erfahrungen und Leidenschaften. Die inhaltliche Verbindung spüre ich, aber sprachlich formulieren? Ich verstehe die Leib&LebensKunst als Gesamtkunstwerk im Prozeß, wie unvollkommen auch immer. Das läßt sich nicht alles sprachlich fassen. Aber ein Versuch der Annäherung kann ja nicht schaden.

Und vielleicht bin ich ja eine Lebenskünstlerin – ehrlich, das Leben wäre nicht zu ertragen, nähme man es immer bitterernst.

afrik_tanz_kl_133Kamper, Gertrud
Afrikanisch Tanzen, 1998
(Tusche)

Kunst – Wissen – Leib & Leben

Ich sehe Kunst als eine Weise, in der wir Menschen uns und unsere Welt erkennen, reflektieren, uns ausdrücken und kommunizieren. Als eine Weise unter anderen. In Unterscheidung zu Wissenschaft bezieht Kunst die menschlichen Sinne ausdrücklich ein. Musik und Tanz waren und sind sicher die ersten Künste. Die Haut ist unser frühestes und unser "größtes" Sinnesorgan. Bilder sind uns zuerst über den Seh-Sinn zugänglich. Doch wir sind ganzheitliche Wesen – die Macht, die z.B. Vor­stellungsbilder in Prozessen von Veränderung und eben auch von Heilung haben, fangen wir erst langsam an zu akzeptieren. So wird auch Hautpflege hierzulande häufig leider nicht ganzheit­lich verstanden, sondern auf einige naturwissenschaftlich nachweisbare Effekte verkürzt.

Heute verstehen auch wir in Europa langsam wieder, dass Schönheit und Gesundheit in einem Zusammenhang stehen – und auch, dass Leib, Geist und Seele ein zusammenhängendes System bilden. Genauer gesagt (radikaler betrachtet? in viel älteren Auffassungen?) handelt es sich nicht verschiedene Gegenstände, sondern nur um verschiedene Betrachtungsweisen ein und desselben "Gegenstands": unser selbst in und als Teil unserer Welt. Viele Jahre habe ich daran gearbeitet, dies aufzugreifen, zu verstehen und in eine zeitgemäße Form zu bringen und die pädagogischen Konsequenzen daraus zu überlegen – im Ergebnis habe ich das WISSENSKUNST genannt. (Die kompletten Texte dazu sind hier zu finden.)
trommler_kl_133Kamper, Gertrud
Afrikanisch Trommel, 1998
(Tusche)

Ich denke, es hängt mit diesem zunehmenden Verständnis zusammen, daß viele Menschen angefangen haben sich dafür zu interessieren, woraus die Produkte, die sie verwenden, bestehen, woher sie geographisch wie kulturell und historisch stammen und wie sie erzeugt werden: die Produkte, welche sie als Speise zur inneren Nahrung und äußerlich als Pflege zur Ernährung ihrer Haut verwenden.

Nun biete ich den Menschen diese exquisite afrikanische Pflegekosme­tik Beurre de Karité an – arbeite daran, mit Leib&Lebens-Kunst ein neues Unternehmen aufzubauen – versuche, durch meine Bilder und Informationen ver­schiedener Art sinnliche und gedankliche Verbindungen anzustoßen, Neugierde anzuregen.

Was löst es in Menschen aus, wenn sie sich pflegen und sich "unter der Oberfläche" Pflege, Kultur, Wissen über Herkunft, Einsichten in Ganzheitlichkeit usw. zu verbinden und zu vertiefen beginnen?

afriktnzerin_kl_96Kamper, Gertrud
Afrikanisch Tanzen, 1999
(Aquarell)

AFRIKA

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Afrika, mit ganz subjektiver Auswahl. Begonnen hat das Interesse für afrikanische Themen ganz am Anfang eigentlich damit, daß ich eine Vorstellung, nein, bloß eine entfernte Idee davon gewinnen wollte, wie wohl eine nicht-dualistische Weltsicht ausgesehen haben könnte. Die Frage ist schon schwer zu denken – so in der Wolle gefärbt dualistisch, wie unsere Sprache, wesentliches Werkzeug unseres Denkens nun mal ist. Fernöstliche Weisheit mit ihrem Drang zum Nirwana, zum Verlassen des Weltlichen, des Körperlichen insbesondere ist da auch nicht besonders hilfreich.

Getanzte Philosophie

Eines Tages saß ich dann in einem Seminar, Begleitprogramm zu einer Ausstellung über schwarzafrikanische Religiosität, genauer über die entsprechenden Altäre auf beiden Seiten des Atlantik: Interfaces with the gods. Da hörte ich plötzlich, wie Kofi Koko – berühmter Tänzer, Choreograph, Voodoo-Priester – erzählte, im Ausland würde er oft gefragt, was Vodoo denn sei. Da antworte er immer: Voodoo ist die getanzte Philosophie des Landes.

afriktrommler_kl_96

Kamper, Gertrud
Afrikanisch Trommeln, 1999
(Aquarell)

Alphabetisierung – Trommeln/Tanzen – Malen – und Beurre de Karité

Meine erste Reise nach Afrika, genauer nach Namibia, war durch den Kontakt mit afrikanischen Kolleginnen aus der Alphabetisierungs-Arbeit angeregt worden. Etwas später war es dann eine kurzfristig entschiedene Urlaubsreise über Weihnachten in den Senegal – zum ersten Mal afrikanisch Trommeln und Tanzen. Schon während des Aufenthalts habe ich angefangen Bilder zu machen. Aber diese Afrika-Erfahrung hat sich in meinem Malen noch lange danach ausgewirkt.

Bei einer zweiten Senegalreise einige Jahre später habe ich dann die Beurre de Karité kennengelernt. Und selbstverständlich ist wieder mein Malen beeinflußt worden.

afrogoettin1_kl_133Kamper, Gertrud
Mondgöttin,1997
(Mischtechnik: Aquarell, Scherenschnitt)

Afrikanerinnen und Afrikaner – engagiert, kompetent, erfolgreich

Im Rahmen der Leib&LebensKunst, speziell in den "Afrikanischen Splittern", geht es mir darum, Bei­spiele vorzustellen, wie Afrikanerinnen und Afrikaner engagiert, kompetent und erfolgreich in Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft aktiv sind – unter schwierigen Bedingungen. Seiten afrika­nischen Lebens, von denen man in den beinahe täglichen Horrormeldungen über Bürgerkrie­ge, Hunger, Dürren, Entführungen, AIDS, Korruption usw. nichts hört oder sieht. Andere Sei­ten Afrikas auch, als sie uns Naturfilme und Bildbände oder auch Reiseprospekte zeigen. Kurz – kleine möglichst anschauliche Beiträge, die anregen sollen, sich für ein differenzierte­res Bild von Afrika zu interessieren. Einschließlich seiner zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler und seiner in Geschichte wie Gegenwart manchmal unglaublich starken Frauen.

Was im Senegal (und vermutlich auch anderswo) auf Märkten und am Straßenrand vor allem den TouristInnen an Bildern und Skulpturen angeboten wird, ist mit ganz wenigen Ausnahmen in Mengen hergestelltes Kunsthandwerk – bestenfalls. Und die Tanzgruppen, welche in den Hotels auftreten, wirken deutlich wie Folklore. Über meine pädagogisch-wissenschaftliche Arbeit habe ich aber Zugang dazu bekommen, daß in Afrika seit vielen Jahren, teilweise seit Jahrzehnten unglaublich interessante zeitgenössische Kunst entwickelt wird. Nicht selten verbunden mit einem Engagement für die kulturelle Bildung und auch eine berufliche Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

jemanja_kl_96Kamper, Gertrud
Jemanya (Orisha)
(Mischtechnik: Aquarell, Material)

Ziele

Ein Ziel des "Afrika-Aspekts" von Leib&Lebens-Kunst ist es, über diese beeindruckenden Entwicklungen zu informieren und damit zu einer Differenzierung des Afrikabildes hierzulande beizutragen. Ein anderes Ziel ist, nach der Aufbau-Phase – über den Lebensunterhalt für mich selbst hinaus – soviel zu erwirtschaften, daß die Leib&LebensKunst solche künstlerisch-pädagogischen Engagements praktisch unterstützen kann. Nach meiner Auffassung sind solche Ansätze für die Menschen in Afrika und ihre Zukunft genau so wichtig, wie die Unterstützung, die in einzelne Dorfprojekte geht – was für solidarisch orientierte Unternehmen, welche Karité verkaufen, meistens das Naheliegendste zu sein scheint.

VorDerZeremonie_kl_133Kamper, Gertrud
Vor der Zeremonie, 1999
(Aquarell)

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.      Experimente: Bild "Mondgöttin", weiterbearbeitet mit PhotoShop


 



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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 05. September 2009 um 15:42 Uhr
 
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