Leib & Lebens-Kunst — Kunst + Kosmetik

Dr. Gertrud Kamper & Francine Duroy GbR
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Mit-Täterinnen und Mit-Täter

Mit-Täterinnen und Mit-Täter

Bis eine Dose so schöner Beurre de Karité bei Ihnen im Badezimmer steht – da sind viele, sehr viele Menschen damit beschäftigt. Wie nennt man die am besten? Team? Also, unter einem Team stelle ich mir doch etwas anderes vor. Aber alle sind sie auf die eine oder andere Weise am ganzen Vorgang beteiligt – die einen enger dran an der Leib&LebensKunst, die anderen in etwas größerer Entfernung. Ihre Beteiligung ist auf welche Weise auch immer aktiv: Sie alle sind tätig, während sie zu dem Gesamtprozeß beitragen, der ermöglicht, daß Sie am Ende eine Dose in Händen halten. Also verstehe ich sie als Mit-Täterinnen und Mit-Täter.

Alle Menschen, welche letzten Endes etwas tun müssen, damit eine fertig abgefüllte Dose ITÉ Beurre de Karité zu Ihnen kommt – das sind so unglaublich viele, die kann man sich gar nicht alle in die Vorstellung holen. Ich habe mir aber vorgenommen, Ihnen wenigstens einige dieser Menschen und ihre Tätigkeiten in den verschiedenen Stadien dieses Prozesses zu zeigen.

Aus praktischen Gründen teile ich das auf mehrere Seiten auf. Die erste ist denen gewidmet, welche die Leib&LebensKunst gegründet haben und hier in Berlin direkt an ihr und für sie arbeiten.
Mit-Täterinnen und Mit-Täter im engeren Sinne. Danach versuche ich mich daran, die ganze Länge und Breite des Prozesses in den Blick zu nehmen.

Die "Wiege"

Ganz am Anfang des Ganzen stehen selbstverständlich die Frauen und die sie begleitenden Kinder, welche am Rande der Sahelzone kilometerweit in die Savanne rausgehen und unter den Bäumen die Früchte aufsammeln. Wenn die Butter eine erstklassige Qualität haben soll, müssen sie das während der Reifezeit oft machen. Die Früchte sollen wirklich reif sein, sollen also bereits gefallen sein. Sie sollen aber möglichst kurz auf dem Boden liegen bleiben. Bleiben sie tagelang liegen ist die Gefahr, daß Insekten oder die allgegenwärtigen Schimmelsporen sich darüber hermachen, groß. Ohne diese Frauen und Kinder gäbe es überhaupt keine Karitébutter.

Diese Vorgänge und die folgenden Schritte, bis aus den Nüssen die Butter mittels großer Pressen herausgepreßt wird, bezeichne ich mal etwas leger als die "Wiege". Soweit es mir möglich war, davon Bilder zu erhalten, wird das unter Beurre de Karité pressen gezeigt – für die paradoxa und für die nilotica.

und danach ...

Von dieser Wiege bis zu Ihrer Haustüre ist es ein weiter Weg – buchstäblich, aber auch was die noch notwendigen weiteren Handgriffe angeht. Unter dem Stichwort "von der Wiege bis zur Haustür" versuche ich, einige dieser Schritte zu zeigen – mit Bild, soweit wie möglich, und beschreibend.

Motiv

Mein Motiv, mir diese Arbeit "anzutun"? Und Arbeit ist es, ehrlich. Kann sicher jede und jeder nachvollziehen, die/der Texte schreibt und/oder eine web-site erstellt hat. Trotzdem:

Um mit einem hochwertigen Produkt zufrieden zu sein, muß es zunächst einmal seinen Zweck erfüllen. Also ITÉ Beurre de Karité muß Ihre Haut wirklich pflegen, feucht halten, bestens verträglich sein, Irritationen der Haut mildern und beruhigen – mit leichten Unterschieden in Konsistenz und Wirkungen je nach Sorte der Karitébutter, welche Sie ausgewählt haben.

Um das Produkt aber wirklich zu schätzen, ist eine Vorstellung davon hilfreich, wieviele Menschen wieviel Arbeit erbracht haben, bis Sie ITÉ Beurre de Karité auf Ihre Haut auftragen können. Die Frauen in der afrikanischen Savanne sind nur der Anfang einer langen Reihe.

Die verschiedenen Arbeiten für die ersten Abfüllungen von Karitébutter habe ich gemacht, wie ich halt einen Überblick darüber hatte – zugegeben nicht so recht lehrbuchmäßig. Und erinnere bestens die besonders kritischen Punkte – z.B. als fast alle von 5000 Dosendeckeln unbrauchbar waren – und die waren aus Italien gekommen.

Und dann, in der Vorbereitung einer neuen Saison, habe ich mit Projekt-Management-Software experimentiert. Ich erinnere mich noch gut, wie erschüttert ich war, als ich nach einer Weile die ewig lange Liste von Aufgaben als Liste vor mir hatte. Und davon waren die allermeisten Aufgaben solche, welche ich zu erledigen hatte. Die vielen Handgriffe z.B. beim Dosen bedrucken oder beim Befüllen mit Karité – einfach alles, das jemand anderer macht – tauchen in so einer Liste ja zusammengefaßt mit jeweils nur einer Zeile auf.

Also, wenn mir nach immerhin einer Test- und einer Erprobungsphase das Ausmaß der Arbeiten, welche in so eine Dose Karitébutter einfließen, nicht wirklich bewußt war ...  Einer Kundin, einem Kunden kann das kaum besser bekannt sein als mir z.B. alle Arbeiten, welche in ein beliebiges Produkt im Supermarkt eingehen.

Nun könnte es doch sein, daß bei einem so hochwertigen Produkt mit so einer spannenden Geschichte einige der Kundinnen und Kunden es interessant fänden, mehr über ihre Dose ITÉ Beurre de Karité zu erfahren – weitere Teile der story sozusagen. In der Art, wie ich gerne Conrad Bölickes Texte über die verschiedenen Aspekte in der Herstellung von Olivenöl lese. Dabei so überraschende Dinge lernend wie, daß Olivenöl eigentlich ein Fruchtsaft ist.

Wertschöpfungskette

Und ich möchte einen kleinen Beitrag leisten zum Verständnis, wie viele und welche Gliedern in diesem speziellen Fall die Wertschöpfungskette bilden. Ich bin voll damit einverstanden, daß möglichst viel dieser Wertschöpfung in Afrika stattfinden bzw. bleiben soll. Aber wenn eine Dose am Ende in einem deutschen Haushalt landen soll – dann fügt jeder dafür notwendige Handgriff, der gemacht wird, dieser Wertschöpfung noch etwas hinzu. Auch in Deutschland geleistete Arbeit muß bezahlt werden. Und das schlägt sich am Ende darin nieder, daß Karitébutter hier ein Mehrfaches davon kostet, was die afrikanischen Bäuerinnen dafür bekommen – und zwar ohne, daß sich jemand im Sinne von Ausbeutung unanständig bereichert.


Zwei nachträgliche Gedanken:

Bei den Billigst-Angeboten – abgesehen davon, daß hier schon die Butter selbst zu möglichst billigen Preisen eingekauft wird, mit Abstrichen an der Qualität und ohne Rücksicht auf die Sammlerinnen – wer leistet da wo nicht-bezahlte Arbeit oder welcher kostspielige Schritt (gern die Analyse im Labor) wird eingespart? Auch: welche Freundschaftsdienste werden nicht zu ihrem korrekten Wert in die Kalkulation einbezogen, damit zu einem Dumpingpreis angeboten werden kann? Oder auch: aus welchen anderen Geschäftsbereichen wird so ein Billigst-Angebot quer-finanziert? ... Und wie befriedigend ist das Produkt am Ende auch unter ästhetischem Gesichtspunkt?

Und zuletzt, aber nicht ganz am Ende – irgendwann sollten die Gründerinnen für ihre Arbeit auch was verdienen. Dieses Unternehmen ist auch für uns als Einkommen schaffende Maßnahme gedacht. Wußten Sie, daß – wenn jemand über mehrere Jahre mit selbständiger Tätigkeit gar nichts verdient – das Finanzamt die Sache zum Privatvergnügen erklärt und die entstehenden Kosten wie die jeden anderen Hobbys nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden können?

Ein Unternehmerinnen-Gehalt für unsere Arbeit kann nur durch mehr Umsatz erreicht werden. Und dazu muß diese schöne Karitébutter viel weiter bekannt werden.
Voilà, noch eine Motivation für so viele Informationen auf der web-site. Wink


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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 28. August 2009 um 14:06 Uhr
 
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