Leib & Lebens-Kunst — Kunst + Kosmetik

Dr. Gertrud Kamper & Francine Duroy GbR
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Karité unterwegs

Karité unterwegs

Genau genommen sollte man die Transporte nicht so nebensächlich behandeln, wie ich das in der Einleitung getan habe. Da werden beachtliche Strecken zurückgelegt:

  • es fängt auf den Kopf oder dem Eselsrücken an (evtl. auch mal mit einem Lastenfahrrad)
  • geht weiter mit dem LKW zum Hafen
  • geht mit dem Containerschiff oder dem Frachtflieger nach Europa
  • geht wieder mit dem LKW weiter in ein Lager in Europa und
  • vom Lager nach Deutschland zum Betrieb, welcher die Dosen befüllt
  • in Deutschland werden leere Dosen zur Druckerei gefahren
  • bedruckte leere Dosen zum Befüllen gebracht
  • befüllte Dosen ins Lager transportiert
  • ganz am Ende dann kommt der Transport zum Laden oder ins Lager des Shops
  • oder gleich zu Ihnen ins Haus
  • dazwischen wird schon mal vorweg ein Muster als Kurierpäckchen von Afrika nach Europa geschickt
  • und Muster aus den aktuellen Chargen müssen ins Labor 
  • Nicht zu vergessen der ganze Papierkram, der für diese Transporte zu erledigen ist
  • Und verschärftes Telefonieren, wenn eine Ladung irgendwo stehengeblieben ist und erstmal gesucht werden und dann umgebucht werden muß (neben "üblichen" Fehlern geht so ein Chaos auf Flugplätzen und Straßen wie im schneereichen Dezember 2010 auch an einer Palette Karitébutter oder bedruckter Leerdosen nicht vorbei) etc.

Vom Beladen übers Fahren bis zum Umladen und dem Ausstellen der jeweiligen Papiere – alles das erledigen Menschen. Wie alle anderen auch, wollen sie von ihrer Arbeit leben. Und jeder Handgriff, den sie machen, die Ab- nutzung/Abschreibung der Fahrzeuge (LKW wie Schiff oder Flugzeug bis hin zum Fahrrad des Postboten), der Treib- stoff der Fahrzeuge und nicht zuletzt ein gewisser Gewinn der Transport-Unternehmen – all das geht in die Wert- schöpfungskette aller transportierten Güter ein, im konkreten Fall eben auch der Beurre de Karité.


Und wer denkt schon daran?

Kein Gebiet, in welchem die Butterbäume wachsen, liegt in der Nähe eines Hafens. In manchen Fällen wie in Burkina Faso oder in Mali hat das Land nicht einmal direkten Zugang zum Meer und damit zu einem Hafen. In vielen Gegenden Afrikas müssen Fuhrunternehmer eine Art Wegezoll zahlen, um auf den Straßen nicht belästigt bis aufgehalten oder je nach Gegend und Situation gar ausgeraubt zu werden – sei es von Polizei und Militär oder von Banden.
Manchmal müssen riesige Umwege in Kauf genommen werden, wenn die ursprüngliche Route durch Staatsgebiete führt, welche früher einigermaßen sicher waren, aber aktuell duch Bürgerkriege verheert werden.


Ich bemühe mich um Bilder zu einzelnen Etappen dieser Strecken und von Akteuren mit diesen Fahrzeugen. Aber das ist nicht einfach – ich bitte um Geduld. Das kann wirklich noch dauern.


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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 22. Januar 2011 um 19:46 Uhr
 
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